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100 Jahre Bronner-Schule

Es gab am 14. Mai viel zu feiern an der Wieslocher Gymnasiumstraße: 115 Jahre kaufmännische Bildung in der Weinstadt, 100 Jahre selbstständige Handelsschule, fünf Jahrzehnte Wirtschaftsgymnasium, den Namen des Weinbaupioniers Johann Philipp Bronner trägt die Schule seit 40 Jahren, der wiederrum in diesem Jahr seinen 230. Geburtstag begehen würde uns seit 30 Jahren hat die Schule einen äußert aktiven Förderverein. All dies wurde mit einem Schulfest im großen Stil unter dem Leitmotiv „Mehr als nur Schule“ begangenen.

Das LEBENDIGE SCHULHAUS

Zunächst präsentierten sich aktuelle Lernende mit zwölf verschiedenen Mitmachprojekten in Form eines LEBENDIGEN SCHULHAUSES von 15 bis 18 Uhr. Hier waren die Gäste eingeladen in einem Kinosaal Platz zu nehmen, ein Foto mit dem historischen Bronner und seiner Ehefrau (alias Isabella Schwerin und Benjamin Starke) zu machen, sich durch einen Escape-Room zu quizzen, mit einer Rauschbrille einen Parcours zu meistern, Lederhalterungen zum Umhängen für Weingläser zu basteln, vom Glückstopf ein Los zu ziehen, an der Bronner-Kerwe sein Glück beim Dosenwerfen oder Kegeln zu probieren oder beim Kinderschminken Farbe ins Gesicht zu bekommen. Zudem bestand die Möglichkeit sich in Museums-Galerien über das Leben Bronners, die Geschichte der Schule, ihrer vier Schularten sowie die vier unterschiedlichen Ausbildungsberufe der Bronner-Schule besser kennenzulernen. Im „Café der Begegnung“ schnitt Schuldezernent Ulrich Bäuerlein (Rhein-Neckar-Kreis) gemeinsam mit Schulleiterin Susanne Zimmermann die Festtorte an, die von der ehemaligen Schülerin Kira Ahrens gebacken worden war.

Der FESTAKT

Am Nachmittag fand ein FESTAKT in der Aula mit Landrat Stefan Dallinger statt. Zahlreiche Bundestags- und Landtagsabgeordnete, Bürgermeister aus den zwölf Einzugsgemeinden der Schule, Vertreter des Regierungspräsidiums, Schulleiter befreundeter Schulen, Kreisräte und Amtsleiter des Landratsamtes, Mitglieder der Schulkonferenz (mit Eltern, Betrieben, Schülern und Lehrern) ließen es sich nicht nehmen der Feierstunde beizuwohnen.

Nach der Premiere der digitalen Schulchronik: „Wir bilden stets: Gestern-Heute-Morgen“ ergriff Wieslochs Stadtrat Thorsten Krings das Wort und übermittelte als Stellvertreter des Oberbürgermeisters Grußworte der Stadt. Er hob hervor, Pädagogik habe sich verändert, Bildung sei heute eine Grundvoraussetzung für eine angestrebte Selbstverwirklichung: „Die beruflichen Schulen haben in den letzten Jahrzehnten im Besonderen in vormals ländlichen Regionen für eine Bildungsdemokratisierung gesorgt, wie keine andere Schulart.“ Landrat Stefan Dallinger verwies in seiner Festrede darauf, dass eine Schule nur dann funktioniere, wenn alle in einer engen Partnerschaft miteinander agieren würden. Die Bronner-Schule bezeichnete er als vorbildlich und verwies dabei auf die Lernfabrik 4.0 des Kreises.

Schulleiterin Susanne Zimmermann und der Geschäftsführer der Übungsfirma Christian Manz stellten die neue Übungsfirma „Bronner Bikes“ vor, die danach auch besichtigt werden konnte. Diese in einem Großraumbüro agierende Lernplattform orientiert sich an realen Abläufen eines Unternehmens. Ziel ist es, die Schüler praxisorientiert an Abläufe heranzuführen. Hierzu ist die Schule eine Kooperation mit dem Wieslocher Unternehmen Veloland Brand eingegangen. Neben der üblichen Vernetzung mit anderen Firmen ist das Einzigartige an dieser Übungsfirma, dass sie direkt an die gewerbliche Produktionslinie der Lernfabrik 4.0 des Rhein-Neckar-Kreises an Gewerbeschulen angeschlossen ist, dies macht sie zu einem bundesweiten Leuchtturmprojekt.

Der LEBENDIGE SCHULHOF

Ab 17 Uhr wurde der LEBENDIGEN SCHULHOF bei herrlichem Wetter zum Ort der Begegnung, wozu der Förderverein eingeladen hatte. Die ehemalige Schülerband „Sweet Velvet“ sorgte mit Frontmann Jakob Storz für eine musikalische Umrahmung erster Klasse. Deutlich über 500 Anmeldungen ehemaliger Schülerinnen und Schüler waren bereits im Voraus gemeldet und weit mehr feierten gebührend dann das Jubiläum. Ein Blick auf die Reservierungsschilder auf den Tischen im Schulhof unterstrich dies, waren doch sogar die ersten beiden Abiturjahrgänge des Wirtschaftsgymnasiums von 1975 und 1976 dabei.

Verschiedene Food-Trucks (Flammkuchen, Dampfnudel und Grill) sorgten für das leibliche Wohl. Ein Kaffee-Wagen und Marcellos Eis-Theke vom Eiscafé Venezia boten süße Desserts. Neben Bier- und Softgetränken wurden die Festgäste vor allem mit edlen Tropfen ehemaliger Schüler der Weingüter Ihle, Hummel, Holfelder, Seeger sowie der Winzer von Baden verwöhnt. Als Höhepunkt des Abends wurden unzählige weiße Luftballons als Symbol des Friedens steigen gelassen. Die sorgenfreie und friedliche Feierstimmung fand im Besonderen unter den Ehemaligen bis in die frühen Morgenstunden kein Ende, wobei deutlich wurde, dass diese Bildungseinrichtung wahrlich mehr als nur Schule ist.

Text: Benjamin Starke
Bilder: Lisa Ruch


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